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Besuch Slow Food Oberaargau

Gewünscht: Blütenpracht rund ums Jahr

Am 22. März 2014 besuchten Mitglieder von Slow Food Oberaargau den Bio-Imker Marco Paroni in Heimenhausen. Kälteeinbruch und Regen liessen nicht nur die Bienen Schutz und Wärme zwischen vier Wänden suchen. Während sich die Bienen in den Bienenkästen um die Nektar- und Pollenernte der schönen Frühlingswochen kümmerten, liessen sich die Slow Food-Leute von Paroni in die Welt der Bienen entführen.

Zuerst zeigte Berufsimker Paroni sein eindrückliches Honiglager vom letzten Jahr. Jedes einzelne Glas Honig füllt er sofort nach der Ernte ab. Das führt einerseits zu äusserst langen Arbeitstagen, andererseits bleiben Geschmack und gesunde Inhaltsstoffe der Honigsorten dadurch erhalten. Würde er hingegen zuerst in grossen Behältern gelagert, müsste der kandierte Honig zur Abfüllung zuerst erhitzt werden. Die Geschmacksvielfalt und unzählige Inhaltstoffe würden dadurch beeinträchtigt und das augenfällige Qualitätsmerkmal der „Honigblumen“ oder „Kristallblüten“ würde fehlen. Marco Paroni zeigte auch auf, dass die Honigbienen eine grosse Pflanzenvielfalt brauchen. Bereits die Pflanzenausscheidungen auf den Knospenschuppen - z.B. die klebrigen Stoffe der Rosskastanie - sind wichtig, damit die Bienen ihren Kittharz (Propolis) herstellen können.

Weiter sind beispielsweise Weidenkätzchen äusserst wichtige Pollen- und Nektarspender. Mindestens ein Teil der Gehölzvielfalt muss deshalb jeweils von einem Rückschnitt bewahrt werden. Auch allgemein ist es wichtig, dass Bienen ohne zeitliche Unterbrüche vielfältige Nahrung finden. „Die Bienenlarven gedeihen mit verschiedenen Pollen als Proteinquelle besser, als wenn sie mit Einheitskost aufwachsen“, gibt Marco Paroni zu bedenken. So sind beispielsweise wilde Vergissmeinnicht am Ackerrand auch dann wichtig, wenn daneben ein ganzes Rapsfeld in Blüte steht. Bio-Imker Paroni, der mit seinen Bienen häufig auf Wanderschaft ist, wünscht sich in Zukunft auch wieder mehr Ackerkulturen wie etwa Buchweizen, die ein lückenloses Nahrungsangebot für die Honig- und Wildbienen darbieten. Wer weiss, vielleicht kann Slow Food Oberaargau dazu beitragen, dass auch aus der Buchweizenernte regionale, geschmacksvolle Lebensmittel entstehen.

Weitere Informationen: www.paronihonig.ch

 

Bio-Imker Paroni

Bio-Imker Paroni vermittelte wichtige Zusammenhänge.

Mit den Dadant-Magazinen kann Wanderimker Paroni die Honigbienen zum besten Pollen- und Nektarangebot bringen.

Fotos: Werner Stirnimann

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